Nachrichten aus Vermont - unvergessliche Momente

15.12.2016: PPP-Stipendiatin Felice Mirbach schildert, wie sie die Wahlen, Thanksgiving und einen Trip nach Washington D.C. erlebt hat


Die letzten Monate in den USA waren sehr aufregend, die US-Wahlen, mein erstes Thanksgiving und ein Trip nach Washington D.C. Unvergessliche Momente.

Zu den Wahlen: Der Staat Vermont gehört zu den "kleineren Staaten" und hat nur drei Stimmen im "Electoral College", dem "Wahlmännerkollegium, das den Präsidenten wählt und das aus 538 Mitgliedern besteht. Vermont gehört zusammen mit Alaska, Delaware, Wyoming, Washington D.C. und South und North Dakota sowie Montana zu den Staaten mit den wenigsten Stimmen - entsprechend der Einwohnerzahl des Bundesstaates. Man hat deutlich mitbekommen, dass die Menschen vor den Wahlen sehr angespannt waren. Nach meinem Empfinden hatte Donald Trump viel mehr Werbekampagnen als Hillary Clinton, d.h. er hat mehr Aufmerksamkeit bekommen. Mit meiner Gastfamilie habe ich die Fernsehdebatten am T.V. verfolgt. Generell sind die Wahlen in den USA sehr unterschiedlich im Vergleich zu Deutschland. Hier gibt es ein ganz anderes Wahlsystem. Die Wahlen sind ziemlich präsent im Fernsehen. Für die Kandidaten laufen viele Werbespots im Fernsehen, um die Wähler auf sich aufmerksam zu machen.

Mandelkuchen zu Thanksgiving

Und dann gab es ja noch das beliebte Familienfest "Thanksgiving", welches von den meisten Amerikanern sogar als beliebtester Feiertag angesehen wird. Ich fuhr mit meiner Gastfamilie zur Schwester meiner Gastmutter nach Massachusetts, eine gute halbe Stunde von Boston entfernt. Wir waren insgesamt 18 Leute und jeder hatte etwas zu Essen mitgebracht. Mein Beitrag war mein selbst gebackener Mandelkuchen. Wir aßen das traditionelle Thanksgiving-Meal. Es gab einen ganzen Truthahn und dazu viele Beilagen, wie Kartoffel- oder Süßkartoffelpüree, Cranberry-Relish, Grüne Bohnen, Stuffing, Marshmallow-Obstsalat und Maisbrot. Zum Nachtisch gab es dann sechs verschiedene Kuchen ("Pie’s"), wie zum Beispiel Apfelkuchen, Kürbiskuchen, Blaubeerkuchen. Auch wenn ich persönlich nicht so ein großer Fan dieses Essens war (ich habe aber alles probiert), war es ein tolles Erlebnis: dieses Gefühl, zur Familie zu gehören und mit ihnen gemeinsam zu feiern.

Felice zu Besuch in Washington D.C.

Anfang Dezember 2016 ging es nach Washington D.C. Ein Workshop vom CBYX - Congress Bundestag Youth Exchange Programm, gesponsert vom U.S. Department of State. Es waren ungefähr 90 Teilnehmer des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms dabei. Unser Wochenplan war ziemlich ausgefüllt und lehrreich: Wir nahmen an einem Workshop über die aktuelle politische Lage in den USA teil, besuchten das Newseum, fuhren zum Capitol Hill und sahen die "Library of Congress" und das Franklin D. Roosevelt Memorial. Wir besichtigten außerdem das erst vor Kurzem eröffnete African American Museum und das Kunstmuseum "National Gallery of Art". Dort sahen wir unter anderem Kunstgemälde von Leonardo Da Vinci. Außerdem besuchte uns das U.S. Department of State und wir hatten eine Simulation über die internationale Flüchtlingskrise und Menschenrechte. Am Abend konnten wir im Verizon Stadion ein NBA-Game ansehen.

Am Capitol Hill Day hätten wir eigentlich die Möglichkeit haben sollen, mit Senatoren zu sprechen - aber leider hatten nur Mitarbeiter von Bernard Sanders, Patrick Leahy und Peter Welch Zeit für uns. Es war trotzdem unglaublich spannend! Am letzten Tag besuchten wir das "American Councils", nahmen an einem Seminar über die Wahlen teil und besuchten das Museum der Amerikanischen Geschichte. Es war eine unglaubliche und einmalige Erfahrung, die ich ohne das Parlamentarische Patenschaftprogramm wahrscheinlich nie erlebt hätte.

Jetzt freue ich mich auf die Weihnachtszeit, mein erstes amerikanisches Weihnachtsfest und das Neujahrsfest.

Felice Mirbach

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